The Rising

Die Welt DANACH

Die Welt DANACH

Irgendwann war die Welt vor die Hunde gegangen.

Was genau den Kollaps ausgelöst hatte, vermochte heute kaum noch jemand zu sagen. Eine Seuche, eine Naturkatastrophe oder ein folgenschwerer Unfall. Vielleicht auch ein globaler Krieg, in dem irgendeine Partei zuerst auf den roten Knopf gedrückt und damit die Tore zur Hölle aufgestoßen hatte.

Vielleicht war es eine Mischung aus all diesen Ereignissen, eine unglückliche Verkettung – oder aber nichts dergleichen. Fragte man eine Handvoll Menschen danach, so erhielt man mindestens doppelt so viele Antworten. Letzten Endes war es völlig egal. Denn es war Vergangenheit. Und damit für das Leben im Hier und Jetzt völlig unwichtig.

Wer überleben wollte, der konnte sich den Luxus, in Erinnerungen einer längst vergangenen Zeit zu schwelgen, nicht erlauben. Im kollektiven Gedächtnis hatte sich einfach nur eine markante Trennlinie eingebrannt. Sie markierte die Zeit DAVOR und die Zeit DANACH.

Der tägliche Kampf ums Überleben hatte das Erbe einiger tausend Jahre Menschheitsgeschichte fast völlig aus den Köpfen der Übriggebliebenen verbannt. Der Zusammenbruch der eigenen Zivilisation war nicht spurlos an der Menschheit vorbeigegangen. Die Anzahl der Spezies Mensch sank innerhalb weniger Jahre von einigen Milliarden auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Stärke.

Kaum dass der Mensch dezimiert war, begann die Natur, sich unbarmherzig auszubreiten, und verschlang an vielen Orten das, was die angebliche Krone der Schöpfung in mühevoller Arbeit in den letzten Jahrhunderten geschaffen hatte.

Jene, die der Katastrophe standgehalten hatten, suchten Sicherheit in der Gruppe und bildeten Gemeinschaften. Einige dieser Gemeinden gingen im Chaos der Folgejahre unter, andere wiederum schafften es, sich zu behaupten. Sie siedelten sich irgendwo in den Weiten der entvölkerten, wilden Landstriche an und versuchten, den Gefahren der neuen Welt zu trotzen. Doch die Welt DANACH konnte kein friedlicher Ort sein.

Denn die Menschheit hatte überlebt.


Wilkommen, Reisender

Wilkommen, Reisender

Stell dir vor, dass eine Katastrophe die Welt, wie du sie kennst, zum erliegen gebracht hat.

Stell dir vor, dass einer von zehn Menschen diese Katastrophe überlebt hat.

Stell dir vor, dass das der Staat, die Gesellschaft, die Zivilisation in der du gelebt hast, kollabiert ist.

Stell dir vor, dass es niemanden mehr gibt, der für Ordnung sorgt.

Stell dir vor, zu was die Natur in der Lage ist, wenn wir ihr nicht mehr unseren Willen aufzwingen können.

Stell dir vor, du würdest in einer Welt leben, in denen funktionierenden Autos Seltenheitswert haben. In der funktionierende Computer ein Mythos sind. In der es keinen Supermarkt gibt. Keine Infrastruktur. Keine Gesundheitsversorgung. Kein funktionierendes Währungssystem. Nichts mehr von dem, was dein leben bisher einfach uns sicher gemacht hat.

Stell dir vor, dass du nicht mehr sicher reisen kannst, weil du immer Angst haben muss, unterwegs jemandem zu begegnen, der es auf deinen Besitz abgesehen hat.

Stell dir vor, all das gibt es nicht. Seit Jahrzehnten schon.

Stell dir vor, du wärst ein Überlebender.

Und wen gibt es sonst noch in dieser Welt?

Menschen mit Waffen. Und keinem Skrupel, sie einzusetzen, um zu überleben.

Und wenn du dir all das vorgestellt hast – dann hast du etwa eine Ahnung davon, wie die Welt DANACH sein kann.